|
Ein Mann wie ein Baum mit Fäusten hart wie Stahl. Der Fels in der Brandung aus Filmen ohne Zahl.
Er war der letzte und größte der Westernstars. Und mehr noch, er war ein Stück Amerika.
Den großen Mann mit dem lässigen Gang begleitete ich so viele Jahre lang durch die Rocky Mountains und durch die Prärie. Was immer
geschehen wird, ihn vergess´ ich nie.
Der Marshal, der sich für Recht und Gesetz ein Leben lang schlug. Marion Michael Morrison, sie nannten ihn Duke.
Ich liebte ihn wie einen Bruder, ich wurde sein größter Fan. Denn ich war seine Stimme, die Stimme von John Wayne.
Das Leben verschenkt nichts, Du mußt es Dir holen. So hieß seine eisern gelebte Parole. Und er forderte dem Leben alles ab, was ihm das
Schicksal nicht freiwillig gab.
Er ging seinen Weg, so stur wie ein Bär, und machte auf dem Weg so manche Flasche leer.
Er schuf sich auch Feinde. Ja, das wußte er wohl. Doch für Millionen Menschen war er das Idol.
Er war mit Leib und Seele dabei. Was er tat war mehr als nur Schauspielerei. In Der schwarze Falke, Ringo und Alamo hat er nicht gespielt. Er war eben so.
Er war das Gesetz mit dem rauchenden Colt, der ehrliche Mann mit dem Herzen aus Gold. Der immer durchhielt bis an sein Ziel; der wieder
aufstand, so oft er auch fiel.
Die Jahre schnitten Kerben in sein Gesicht. Er tat einfach so als bemerke er es nicht. Die Zeit macht vor keinem Menschen Halt. Er war
ein Mensch, auch er wurde alt.
So manches Mal hat er den eisigen Atem gespürt, den der Schatten des Todes mit sich führt.
Immer zog er für den Gegner ein wenig zu schnell. Sogar für den Tod, bis zum letzten Duell.
Und als er dann schließlich mit dem Rücken zur Wand dem Sensenmann gegenüberstand, da wußte er: Nun ist es soweit für den einsamen Trail
in die Ewigkeit.
Ich bekam Nachricht aus Los Angeles - USA, daß der König der Westernstars nicht mehr war. Ich schäme mich nicht, auch ich habe geweint
um den größten der Cowboys, John Wayne, meinen Freund.
|