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Im Alter von fünfzehn habe ich versucht mein erstes Geschäft aufzuziehen.
Ich kaufte Schuhe in Bologna um sie in Wien weiterzuverkaufen.
Was soll ich Ihnen sagen, es war ein Reinfall.
Dabei fing alles so vielversprechend
an ….

 



 
Es war im Jahr 1986 als ein gewisser Eros Ramazzotti in der Schweiz und in Österreich die Hitparadenspitze mit was weiß ich was erklomm. In Deutschland machte er ein Vermögen mit seinen Liedern. Und doch waren es nicht die Lieder allein. Seine Musik hob sich in Stil und Art tatsächlich ein klein wenig ab von dem uniformen Rest. Eros war jedenfalls neu und passend genug. Er brachte etwas italienisches Lebensgefühl in den Norden und vor allem die neue italienische Mode. In jenen Tagen versuchte jede kleine Boutique Mode über die Grenze zu verkaufen.

Ich glaube es hat sich wirklich ausgezahlt. Ach was, es hat sich ausgezahlt. Und ich wollte unbedingt mitmischen.

Unglücklicherweise war ich zu dieser Zeit- wie übrigens auch lange danach- ein Habenichts. Und wenn ich nichts sage, dann meine ich auch nichts. Ich hatte gerade einmal Geld für ein paar Schuhe. Schuhe höchster italienischer Schuhmacherkunst, aber eben bloß ein Paar.
 
Zu meiner Mittellosigkeit kam auch eine Arglosigkeit, die mich unter anderen Umständen ins Grab hätte bringen können. Ich nahm den Nachtzug nach Wien, da ich mir so eine Hotelübernachtung ersparte. Und wissen Sie was? Ich stand jetzt da in Wien mit einem Paar Schuhe und die einzige Person, die in dieser Stadt an meinen Schuhen interessiert war, war ein Kleinkrimineller aus Sizilien. Ein alter Freund, der allerdings anderen Geschäften nachging. Sie wissen schon.

Was ist aus den Schuhen geworden? Ich konnte sie nie verkaufen. Ich hatte keine Kontakte. Und wo ich jemanden kannte, so war es jemand meines Schlages- ein Habenichts. Aber das eine will ich Ihnen sagen: Unter all den Habenichtsen hatte ich mit Abstand die besten Schuhe!


Ach ja, eines noch: In einem Feuerkampf lautet die Regel Nummer 1: „Hab eine Waffe!“
Im Marketing lautet die Regel Nummer 1 auch nicht anders: „Hab einen Kunden!“
Fragen Sie sich stets: „Was würden mir die Leute hier abkaufen?“ Stehen Sie nicht mit einem Paar Schuhe in einer Großstadt und fragen: Wie werde ich die jetzt los?“ Auch nicht, wenn es Schuhe höchster Güte aus Bologna sind ….




Einige Zeilen mehr dazu:  Ein Fehler, der Sie auf Ihrer Ware sitzenbleiben läßt  hier 

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